IR-Letter: Die erfolgreichen Schritte zum IR-Award
Der IR-Letter vom Oktober 2005
Die Onlinepublikation rund um Investor Relations und Finanzkommunikation
Herausgegeben von Susanne Ackstaller - http://www.ackstaller.de
Die erfolgreichen Schritte zum IR-Award
Jahr für Jahr verleihen renommierte Wirtschaftsmagazine und -zeitungen IR-Awards an deutsche Aktiengesellschaften: für die überzeugendste Informationspolitik, den besten Online-Auftritt oder auch die beste Privatanleger-Betreuung. Klar ist: Ein gewonnener Preis oder der beste Rankingplatz adelt jede IR-Abteilung. Doch wie schaffen Sie es, auf einem der vorderen Plätze zu landen?
In deutschen IR-Kreisen werden drei Wettbewerbe besonders intensiv wahrgenommen:
- der "Capital Investor-Relations-Preis" des Wirtschaftsmagazins Capital, der zusammen mit der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) vergeben und von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte gesponsert wird
- das "Netfederation Investor Relations Benchmark" für den besten IR-Online-Auftritt, erstellt von Netfederation in Kooperation mit dem Handelsblatt
- der BIRD ("Beste IR Deutschlands") wird vom Fachverband Deutscher Investor Relations Verband in Kooperation mit Börse Online vergeben.
So unterschiedlich die Zielrichtung der Untersuchungen ist, so sehr differiert auch die Vorgehensweise bei der Ranking-Erstellung:
Für die größte Öffentlichkeit und damit das beste Renommee sorgt seit 1997 der "Capital Investor-Relation-Preis". Zunächst mailt die DVFA einen ausführlichen Fragebogen an knapp 300 europäische Banken, Fonds- und Kapitalgesellschaften und erhält anschließend Bewertungen von rund 550 DVFA-Analysten und Fondsmanager.
Auf dem Prüfstand befanden sich 2005 insgesamt 197 Unternehmen aus EuroStoxx, DAX, Tec-DAX und S-DAX, die maximal 500 Punkte in folgenden Kategorien erreichen konnten:
- Glaubwürdigkeit (Steht der Vorstand selbst Rede und Antwort und geht aktiv auf Analysten und Fondsmanager zu?)
- Qualität (Ist das Zahlenwerk transparent? Überzeugt das Management, wenn es Ereignisse erklärt und Ziele formuliert?)
- Zeitnähe (Informiert das Unternehmen schnell über aktuelle Entwicklungen?)
- Corporate Governance (Wie ernst nehmen Vorstand und Aufsichtsrat die internationalen Standards für gute Unternehmensführung?)
Wenn Ihr Unternehmen noch nicht unter den Top 10 gelistet ist, ärgern Sie sich nicht - Sie haben trotzdem gute Chancen. Denn in diesem Jahr legte die Zeitarbeitsfirma DIS AG aus dem S-DAX einen Senkrechtstart von Platz 14 auf Platz 1 hin. Kein Wunder: Für das Finanzressort ist Dominik de Daniel verantwortlich, der als ehemaliger IR-Leiter genau weiß, welche Informationen Investoren wünschen. Die folgenden Plätze in der Gesamtwertung belegten Grenkeleasing und Takkt.
Sind Sie allerdings der Meinung, dass eher Ihr IR-Internetauftritt preiswürdig ist, dann schauen Sie sich die Kriterien der Netfederation genauer an. Das IT-Kommunikations-Beratungsunternehmen, das mit dem Handelsblatt als Medienpartner zusammenarbeitet und daher ebenfalls eine breite Öffentlichkeitswirkung erzielt, erstellt jährlich ein IR-Benchmark. Dafür werden nur die IR-Internetauftritte der 110 Unternehmen aus den deutschen Aktienindezes DAX, MDAX und TecDAX bewertet.
Anders als beim Capital-Preis wird dabei nicht die Meinung von Experten abgefragt - vielmehr wird der Online-Auftritt von Netfederations-Mitarbeitern überprüft. Sie testen etwa eMail-Antwortzeiten, indem sie unter falschem Namen Informationen zur Devidendenrendite oder Unternehmensbeteiligungen abfragen.
Auf dem Teststand stehen insgesamt 130 Einzelkriterien:
- Story (Gewichtung 40 Prozent: Welche Angaben zu Unternehmensstruktur, -organisation und -strategie, Produkt/Dienstleistung sowie zum Vorstand und Aufsichtsrat sind aktuell verfügbar? Welche Finanzkennzahlen (Umsatz, Gewinn, EBIT, EBIT/DA) und Aktieninformationen (KGV und Kursentwicklung) kann der Aktionär abrufen und wie sind diese grafisch aufbereitet? Können Quartals- und Geschäftsberichte problemlos heruntergeladen werden?)
- Service (Gewichtung 30 Prozent: Wie schnell ist die IR-Seite von der Homepage aus erreichbar? Werden Downloads auch im HTML-Format angeboten? Sind im Bereich Kontakte sowohl Links zu Ansprechpartnern im Bereich IR als auch anderen Konzernbereichen vollständig aufgeführt? In welcher Reaktionszeit erhält der Aktionär Antwort auf eMail-Anfragen? Wie informiert das Unternehmen über wichtige Termine wie Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen?)
- Design (Gewichtung 20 Prozent: Ist das Corporate Design des Unternehmens auch auf den IR-Seiten erkennbar? Bewertet werden Farbkonzept, Bildwelten, Flash-Elemente oder ähnliche Animationen. Wie übersichtlich ist das grafische Konzept im gesamten Online-Auftritt?)
- Performance (Gewichtung 10 Prozent: Sind kurze Ladezeiten gewährleistet? Läuft die Site auf allen Internet-Browsern? Sind alle Verlinkungen korrekt?)
Wie schon in den Vorjahren, belegen auch im aktuellen Benchmark die Bayer AG, Deutsche Post AG und ThyssenKrupp AG die besten Plätze.
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Auch die Befragung für den "BIRD", den Preis für die "Beste IR Deutschlands", läuft online ab. Dazu fragt der Deutsche IR-Verband in Zusammenarbeit mit "Börse Online" die IR-Akzeptanz der Privatanleger ab. Über die Internet-Auftritte von 13 Magazinen und Finanzdienstleistern (unter anderem Börse Online, Capital, Yahoo Finanzen, Deutsche Börse AG oder auch DAB Bank und Sparkassen Broker) können Privatanleger mehrere Wochen lang die IR-Leistungen der 160 DAX-, MDAX-, TecDax- und SDAX-Unternehmen online bewerten. Sie sollen dabei folgende Kriterien einschätzen:
- Zufriedenheit mit IR insgesamt
- Aktualität, Verständlichkeit, Glaubwürdigkeit
- Prognosegenauigkeit und Überzeugungskraft bei Änderungen
- Qualität von IR-Kontakten, IR-Website, Geschäftsberichte, Quartalsberichte, Ad-hoc-Mitteilungen und der Imagewerbung.
Offenbar kommt die IR-Arbeit von Lufthansa, BMW und SAP bei den Privatanlegern besonders gut an: Sie schickten die drei Unternehmen auch 2005 an die Spitze. Einen Ausreißer gab es mit Bayer: Vorjahr Platz 16, 2005 Platz 2. Unter den Mid Caps erhielten Leonie, Wincor Nixdorf und Pfeiffer Vacuum die besten Noten, unter den Small Caps waren es Grenkeleasing, GfK und Phoenix.
Allerdings könnte bei diesem Award die Aussagekraft gering sein: Um überhaupt in das Ranking aufgenommen zu werden, genügten den DAX-Unternehmen schon zehn Anlegerbewertungen, im S- und M-DAX sogar nur fünf. Durch die niedrige Zahl von insgesamt 1600 Teilnehmern erhält jede einzelne Bewertung eine starke Gewichtung.
Weitere Informationen zum Capital-IR-Preis finden Sie unter
http://www.capital.de/mg/art/265948.html
Wenn Sie mehr über die Kriterien des Netfederation-Preises erfahren wollen:
http://ad22.vhb.de/pshb/fn/relhbi/sfn/cn_load_bin/id/1049963/pdf.pdf
Den aktuellen Benchmark-Stand finden Sie unter
www.ir-benchmark.de
Welche Unternehmen den BIRD gewonnen haben, lesen Sie hier:
http://www.dirk.org/sw1684.asp
Danke für Ihr Interesse am IR-Letter von Susanne Ackstaller! Anregungen und Ihr Feedback nehme ich unter
susanne.ackstaller@ackstaller.de gerne entgegen.
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Eine gute und erfolgreiche Zeit wünscht Ihnen
Susanne Ackstaller