IR-Letter: Investor Relations im Internet - die Dos and Don'ts
Die Onlinepublikation rund um Investor Relations und Finanzkommunikation
Herausgegeben von Susanne Ackstaller - http://www.ackstaller.de
Investor Relations im Internet - die Dos and Don'ts
Same
procedure as every year: Der jährliche IR-Preis für Geschäftsberichte
wird vergeben - und Sie blicken gespannt auf die Siegerliste. Und sind
mittlerweile ein wenig enttäuscht, dass doch wieder die üblichen
Verdächtigen gewonnen haben, nämlich Münchener Rück, BASF, Henkel oder
ThyssenKrupp.
Für einen neuen Blickwinkel sorgt
hingegen die Website vom IR-Webreport (www.irwebreport.com). Die
kanadische IR-Beratung vergab in diesem Herbst zum zweiten Mal einen
Preis für die besten IR-Websites: Auf den dritten Platz des weltweiten
Rankings schaffte es die Bayer AG. Auf Platz vier folgte ThyssenKrupp
(welch Überraschung!), auf Platz acht die Allianz.
Und
nun können wir uns alle ein bisschen auf die Schultern klopfen: Nach
Ansicht der kanadischen Juroren stellen deutsche Unternehmen die besten
IR-Sites ins Netz. Sie seien - ebenso wie die schwedischen Websites -
"deutlich aussagekräftiger als die aller anderen Länder". Wohl auch
deshalb landete Deutschland in den Unterkategorien "Usability" und
Transparenz auf dem ersten Platz. Nicht ganz so gut schnitten Bayer
& Co. in Sachen Service (Kontaktinformationen, Alarm-Tools,
Kalkulatoren etc.) ab: Hier reichte es nur für den dritten Platz.
Doch
was zeichnet eigentlich gute IR-Websites aus? Welche Informationen
wollen die Anleger wirklich? Das wollten auch die IR-Berater Real World
Investor aus Großbritannien in diesem Sommer von privaten Investoren
wissen. Ergebnis: 95 Prozent der Befragten erwarten mehr detaillierte
Inhalte (wie beispielsweise weiterführende Links zu externen
Informationen), 85 Prozent fänden es sinnvoll, auf den
Unternehmens-Homepages unabhängige Analystenberichte zu finden.
Besonders positiv beurteilten die Befragten die Möglichkeit,
Finanzberichte per Excel-Datei herunterladen und so die Zahlen im
Mehrjahresverlauf vergleichen zu können. Wenig Interesse bestand
allerdings an SMS-Nachrichten (allenfalls als Terminerinnerung) und
Aktienkurs- oder Dividendenrechner.
Doch vielleicht
sollten wir Investor Relations im Internet nicht überbewerten? Das
jedenfalls ist das Ergebnis einer Schweizer Umfrage (allerdings aus dem
Jahr 2002): Demnach steht bei institutionellen Anlegern und Analysten
die Website als Informationsgeber erst auf dem achten Rang - nach
persönlichen Kontakten, dem Geschäftsbericht, der Roadshow,
Pressekonferenzen, Pressemitteilungen, Aktionärsbriefen und
Betriebsbesuchen. Private Investoren und Wirtschaftsjournalisten setzen
den Internetauftritt immerhin auf Platz fünf.
Unabhängig
von den verschiedenen Studienergebnissen gehört für deutsche
Aktiengesellschaften das Internet als IR-Instrument unbedingt ins
Portfolio. So planen 83 Prozent der DAX-Unternehmen, den
Geschäftsbericht als interaktiven Bericht auf ihre Website zu stellen,
zwei von drei haben dies auch mit den Quartalsberichten vor. Das ergab
zumindest eine Umfrage des DIRK (Deutscher Investor Relations Kreis)
vom Dezember 2003.
Linktipps:
Wenn Sie wissen wollen, welche IR-Websites die besten der Welt sind:
Internationales Benchmark der IR-Websites:
http://www.irwebreport.com/rankings/index.htm
Wenn Sie mehr über die Zukunft von Online-Geschäfts- und Quartalsberichte erfahren wollen:
Investor-Relations-Trend-Analyse 2004:
http://www.investor-relations.de/download/Auswertung-IR-Trend-2004.pdf
Wenn Sie lesen möchten, was die Top-10-Kriterien der besten Websites sind:
Web lessons from the top 10:
http://www.ironthenet.com/feature.asp?current=1&articleID=3620
Danke für Ihr Interesse am IR-Letter von Susanne Ackstaller! Anregungen und Ihr Feedback nehme ich unter susanne.ackstaller@ackstaller.de gerne entgegen.
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